pain&pleasure
Full of holes
Check for pulse
Blink your eyes
One for yes
Two for no
Da ist er wieder. Der Moment der wahrhaftigen Weisheit. Der Augenblick der absoluten Aufgeklärtheit. Der Zeitpunkt von surrealer Vollkommenheit. Herz und Verstand streiten sich. Na wer ist denn hier die düster, sagst du. Aber ich weiß, diesmal liegst du falsch.
Ein paar Tage zuvor.
Ich und alle anderen die ich bin gehen durch die Straßen. Es ist kurz nach Morgengrauen. Die Lichter leuchten grell von allen Seiten. Neben mir läuft mein Herz, hakt sich bei mir unter. Sagt, Hopp und wir springen über eine Pfütze, fangen an zu singen. Es ist nass, kalt und wir sind müde. Aber unsere Körper glühen. An Schlaf ist nicht zu denken.
You killed the sound
Removed backbone
A pale imitation
With the edges
Sawn off
Ein paar Stunden eher.
Das Haus ist alt und düster. Kein Lichtstrahl dringt heraus. Schwere Jalousien aus altem angeschwärzten Holz umschließen alle Fenster. Aus der Ferne hört man Lachen und Gekreische.
Als wir uns vorbei an ein paar Urinierenden und Schlafenden den Weg zum Eingang gebahnt haben, verändert sich die Szene. Die Tür geht auf. Menschenmassen. Die ganze Stadt schein heute hier zu sein, auf diesen paar Quadratmetern. Getragen von lauter Musik, Rauchschwaden, bewegen sich die betäubten Körper. Wie eine ungehäure Wabbelmasse vor und zurück und seltsam homogen. Die Gesichter sind Fratzen, verzerrt vor Glück, Schmerz, Ekstase und Enttäuschung oder allem zugeleich. Wir betreten das Haus und werden irgendwie alle eins, alles scheint ein bisschen langsamer, ein bisschen lauter, einiges bunter und irgendwie nicht von dieser Welt zu sein. Ich betrete einen Raum und werde Schritt für Schritt mit jeder Stufe ein bisschen mehr Teil davon, werde eins mit diesem merkwürdigen Haus voller viel zu schöner, viel zu aufgedrehter Menschen. Reizüberflutung. An diesem Ort hier scheint jeder einzelne Sinn zu zucken. Zum zehntausendsden Mal wünsche ich mir ich hätte eine Kamera in meinen Augenhöhlen, um jedes Lachen, jeden Mund, jede Berührung, jeden Atemzug dieser Nacht ein bisschen länger festzuhalten. Wenigstens auf eine Art und Weise.
Immernoch Morgen. Etwas später.
Vor der Tür durchfährt die eisige, aber erfrischende Winterluft mit einem winzigen Ruck den ganzen Körper. Es regnet immernoch, aber es riecht nach Schnee.
Ein paar Minuten danach.
Herz und Verstand streiten sich. Na wer ist denn hier die düster, sagst du.
Aber ich weiß, diesmal liegst du falsch.
Has the light gone out for you?
Because the light's gone for me
It is the 21st century
It can follow you like a dog
It brought me to my knees
They got a skin and they put me in
All the lines wrapped around my face
And for anyone else to see
I'm a lie
Zur gleichen Zeit. Überall.
Da ist es. Dieser eine Blick, der schon die ganze Zeit irgendwo schwebte. Ich habe geahnt das es sowas gibt. Dieses Gefühl, als kannten wir uns schon eine Ewigkeit, wenn nicht in diesem Leben dann im nächsten. Nur ein Wort steht auf der Kippe, nur einer von uns der jetzt das Eis bricht und endlich sind wir da, haben uns gefunden um all unsere Geheimnisse zu teilen und neue zu schaffen. Du siehst mich an, oder bin ich es- mit deinen verwehten Haaren, verwirrten Augen und zerissenen Lippen, die noch nicht wissen ob sie wirklich lächeln können. Wir stehn uns gegenüber und schweigen. Die fahrige Bewegung mit der wir die Zigarette anzünden, als wir begreifen, dass sich nun alles ändern wird, oder dann - als wir endlich die Entscheidung treffen, alles beim alten zu lassen, weil wir wissen was zu tun ist- alles irgendwie identisch, spiegelverkehrt, verdoppelt. Es ist der wie der Blick in den verwunschenen Brunnen, der uns vor Angst erstarren lässt: Irgendwo, lebt irgendwer dein Leben.
Radiohead // Bodysnatcher [Video by Nick Campbell] [Via]
Nilla - 12. Nov, 21:57 - lyric(ist) l(o)unge





