Hey. Geflüstert.
Hey. Gehaucht.
Wo bist du solange gewesen, wie geht es dir.
Die Hände zittern. Kälte, Aufregung. Die Nase plattgedrückt an der Fensterscheibe, der Herzschlag holprig und rasend. Während am Fenster erst Spandau, dann Charlottenburg vorbeisausen.
Eine dieser Fragen auf die man nie eine Antwort bekommt.
Rewind. Repeat. Play.
Ich weiß es ist lange her. Aber bitte, nimm mich ein letztes Mal in dir auf. Saug mich auf, wie nur du es konntest. Umarme mich, dass es mir den Atem verschlägt. Halte mich, fest, auf dass ich mich ein weiteres Mal in dir verlieren werde. Tust du mir diesen Gefallen?
Komm.
Wir gehen durch die Straßen, Hand in Hand.
Und ich denke die ganze Zeit. Berlin, my love. Du bist nicht mehr was du mal warst. Hast deinen wattigen, rosafarbenen Schimmer verloren. Und dabei hast du dich kein Stück verändert. Bist immernoch dreckig, laut, überfüllt und voller Geisteskranker. Verstehe nicht, was es ist, was dich umhüllt, was dich einzigartig macht. Berlin, city of my heart, du bist nicht mehr was du mal warst. Und dennoch. Deine stickige Luft ist wie eine Brise Ostseewind. Der Dreck auf deinen Straßen, wie Sand unter meinen nackten Füßen. Die viel zu überheblichen, überdrehten Menschen in der stinkenden U-Bahn, wie die letzte Umarmung beim Abschied von einer Geliebten, bittersüß. Berlin, denke ich, Stadt der mein Herz gehörte. Was hast du gemacht. Was haben wir gemacht? Ist schon gut, beruhigt mich das wiegende Schaukeln im Bus. Es ist alles beim Alten geblieben. Die böse blickenden Passanten, die immer beschäftig sind. Der modrige Geruch in den mit winkenden Katzen vollgestopften Secondläden. Die bunten hippen Gestalten, die aussehen als seien sie bereits in trashyfashy Sneakers auf die Welt gekommen. Der spanische Saxophonist, dessen wenige Töne leise vom Wind über die Brücke getragen werden. Die Gebäude ringsherum, eine Mauer aus unversöhnlichem Glas, Stahl und Beton. Dazwischen, die vielen kleinen Oasen, wo strahlende Schwangere mit ihrem schreienden, plappernden Anhang verschnaufen, von ihrem stressigen Schwangerdasein. Die Streetart-Büsten der Queen auf dem Rosa-Luxemburg-Platz, die bloßen Brüste von Frau Merkel in der Schönleinstraße oder der hilfsbereite türkische Nachbar in Neukölln. Die Lichter der Stadt, immernoch grell und übetrieben bunt. In der Nacht, Schreie, Sirenen und Schüsse. Alles beim Alten. Wie beruhigend.
Nach Einbruch der Nacht. Endlich Schatten. Die Scheiben im brüchigen Rahmen sind beschlagen. Die Liebenden, die keine sind, aber noch nichts davon wissen liegen erschöpft nebeneinander.
Das alles ist Fiktion, sagt er und sucht dabei mit seinem Blick nach ihren Augen.
Mit der Realität hat das nichts zu tun. Ja, sagt sie, als hätte sie eine Wahl. Er nimmt ihre Hand, streicht über die feinen Härchen auf ihrem Arm. Sagt, Wie geht es weiter.
Wieder eine dieser Fragen.
Wild Beasts // Two Dancers [3voor12] [MySpace] [BandSite]
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