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Santogold
Santogold


the Smiths
The Smiths


New Order
Substance


Nick Cave & The Bad Seeds
Murder Ballads

lyric(ist) l(o)unge

#shelter

Spiegelschwester, denke ich. Es ist genau wie es mir neulich die Dame erklärte, während am Fenster graue und grüne Landschaften vorbeisausten. Spiegelherzen. Sie fühlen es wenn dem andern etwas passiert. Eine Krankheit, Angst, Trauer. Sie spüren es, als wäre es ihre eigenes Herz. Spiegelherzen, flüstere ich. Ich starre auf die Berge hinter der Scheibe und wünsche mich weit weg. Weg aus diesem Abteil, aus diesem Zug, aus dieser Stadt. Wo sind wir überhaupt? Ich weiß es nicht. Habe die Orientierung verloren. Schwebe, irgendwo. Schwebe, da wo ich mein Herz gelassen habe. Hat irgendwas mit Quantenphysik zu tun, erklärt sie weiter. Ich nicke. Und weiss im gleichen Augenblick, dass sie recht hat. Weiß, dass ich nie komplett fühlen werde, weil es einfach nicht geht. Weil ich ein Stück von mir zurückgelassen habe. Dort, zwischen den alten Platten, im Dunklen vor der Haustür, auf den alten Holzdielen, dort auf dem Sofa zwischen kitschigen Kuscheltieren, oder dort in der kleinen Küche. Spiegelherzen. Überall. Am Abend tippe ich eine Nachricht, aber schicke sie nie ab. Denn ich ich weiß du fühlst es auch. Spiegelherz.


The Rolling Stones // Gimme Shelter

pi

oder: die Sache mit den Flüssen

[...] verblüffend, stell dir das mal vor, dreimal so lang wie nötig, und das alles nur wegen der Biegungen, durch die Strategie der Biegungen, und nicht nur dieser oder jener Fluß, sondern alle Flüsse, als wäre es unvermeidlich, eine Art Regel, die für alle gilt, das ist doch unglaublich, wirklich verrückt, aber das haben die Leute festgestellt, daß sie nicht verrückt sind, sondern daß ihre Natur als Fluß ihnen dieses unablässige und obendrein präzise Schlängeln aufzwingt, so daß alle, ich sage alle, am Ende einen Weg zurücklegen, der dreimal länger ist als nötig, um genau zu sein: drei Komma eins vier Mal so lang, ich schwöre: das berühmte griechische Pi, ich konnte es auch nicht glauben, aber es schien wirklich so zu sein, du nimmst ihre Entfernung vom Meer, multiplizierst sie mit Pi und erhälst den Weg den sie tatsächlich zurücklegen, was, wie ich finde, ein großer Blödsinn ist, denn wenn die Regel für sie gilt, warum dann nicht auch für uns, ich meine, das mindeste, was man erwarten kann, ist daß es bei uns mehr oder weniger dasselbe ist, und wenn wie wie verrückt oder schlimme: wie verstört im Zickzack laufen, ist das in Wirklichkeit unserer Art, gerade aus zu gehen, und zwar die wissenschaftlich exakte und im übrigen schon vorherbestimmte Art, klar sieht das aus wie eine unbestimmte, wirre Folge von Fehlern oder Sinnesänderungen, aber es sieht eben nur so aus, denn in Wirklichkeit ist es unsere Art, ans Ziel zu gelangen, die uns ganz eigene Art, sozusagen unsere Natur, was wollte ich sagen?, ja, die Geschichte mit den Flüssen ist, wenn man darüber nachdenkt eine beruhigende Geschichte, ich finde es sehr beruhigend, daß sich hinter all unseren Dummheiten eine objektive Regel verbrigt, ist doch eine beruhigende Sache, deshalb habe ich beschlossen, daran zu glauben [...]


Alessandro Baricco // City [Egotrip]

oh, love of mine.


Hey. Geflüstert.
Hey. Gehaucht.

Wo bist du solange gewesen, wie geht es dir.
Die Hände zittern. Kälte, Aufregung. Die Nase plattgedrückt an der Fensterscheibe, der Herzschlag holprig und rasend. Während am Fenster erst Spandau, dann Charlottenburg vorbeisausen.
Eine dieser Fragen auf die man nie eine Antwort bekommt.

Rewind. Repeat. Play.
Ich weiß es ist lange her. Aber bitte, nimm mich ein letztes Mal in dir auf. Saug mich auf, wie nur du es konntest. Umarme mich, dass es mir den Atem verschlägt. Halte mich, fest, auf dass ich mich ein weiteres Mal in dir verlieren werde. Tust du mir diesen Gefallen?

alec2


Komm.

Wir gehen durch die Straßen, Hand in Hand.
Und ich denke die ganze Zeit. Berlin, my love. Du bist nicht mehr was du mal warst. Hast deinen wattigen, rosafarbenen Schimmer verloren. Und dabei hast du dich kein Stück verändert. Bist immernoch dreckig, laut, überfüllt und voller Geisteskranker. Verstehe nicht, was es ist, was dich umhüllt, was dich einzigartig macht. Berlin, city of my heart, du bist nicht mehr was du mal warst. Und dennoch. Deine stickige Luft ist wie eine Brise Ostseewind. Der Dreck auf deinen Straßen, wie Sand unter meinen nackten Füßen. Die viel zu überheblichen, überdrehten Menschen in der stinkenden U-Bahn, wie die letzte Umarmung beim Abschied von einer Geliebten, bittersüß. Berlin, denke ich, Stadt der mein Herz gehörte. Was hast du gemacht. Was haben wir gemacht? Ist schon gut, beruhigt mich das wiegende Schaukeln im Bus. Es ist alles beim Alten geblieben. Die böse blickenden Passanten, die immer beschäftig sind. Der modrige Geruch in den mit winkenden Katzen vollgestopften Secondläden. Die bunten hippen Gestalten, die aussehen als seien sie bereits in trashyfashy Sneakers auf die Welt gekommen. Der spanische Saxophonist, dessen wenige Töne leise vom Wind über die Brücke getragen werden. Die Gebäude ringsherum, eine Mauer aus unversöhnlichem Glas, Stahl und Beton. Dazwischen, die vielen kleinen Oasen, wo strahlende Schwangere mit ihrem schreienden, plappernden Anhang verschnaufen, von ihrem stressigen Schwangerdasein. Die Streetart-Büsten der Queen auf dem Rosa-Luxemburg-Platz, die bloßen Brüste von Frau Merkel in der Schönleinstraße oder der hilfsbereite türkische Nachbar in Neukölln. Die Lichter der Stadt, immernoch grell und übetrieben bunt. In der Nacht, Schreie, Sirenen und Schüsse. Alles beim Alten. Wie beruhigend.

Nach Einbruch der Nacht. Endlich Schatten. Die Scheiben im brüchigen Rahmen sind beschlagen. Die Liebenden, die keine sind, aber noch nichts davon wissen liegen erschöpft nebeneinander. Das alles ist Fiktion, sagt er und sucht dabei mit seinem Blick nach ihren Augen. Mit der Realität hat das nichts zu tun. Ja, sagt sie, als hätte sie eine Wahl. Er nimmt ihre Hand, streicht über die feinen Härchen auf ihrem Arm. Sagt, Wie geht es weiter.
Wieder eine dieser Fragen.



Wild Beasts // Two Dancers [3voor12] [MySpace] [BandSite]
++ Video by Little Stolen Moments [YouTube] ++

its:about that time

seems you got a little bit more than you asked for
seems you got a little bit more than you asked for



Wie immer hatte sie beim Abschied gedacht, dass es das letzte Mal war. Aber wie immer hatte er sich dann doch wieder gemeldet. Wie geht es dir, war jedes Mal sein erster Satz (er hatte nie verstanden wieso sie diese Frage hasste). Sie dann also meist genervt irgendetwas in der Art geantwortet, wie: klar, lernen, schlafen, Besuch, jaja. Er entgegnete dann irgendetwas wie "Viel zu tun, Kompliziert, müde, Party, was machst du" Jedesmal fragte sie sich, wieso er das tat, sie anrufen obwohl er offensichtlich viel zu beschäftigt dafür war.
Sie trafen sich, im Park. Berührten sich nicht, erst in dem Moment wo er fragte -und es war das erste Mal dass sie diese Frage gestellt bekam: Zu dir oder zu mir? Zumindest diese eine Sache schienen sie gemeinsam zu haben: einen ausgeprägten Fluchtinstinkt.
Früher oder später landeten sie dann im Bett. Auch das letzte Mal, hatte auf diese Weise geendet. Aber etwas war anders. Sie beide hatten sich dafür entschieden -oder es war einfach passiert- etwas Preiszugeben. Er hatte es für zu mühsam befunden, zu lügen und sie hatte es unsinnig gefunden es zu verbergen. Sie schob es auf gegenseitige Gleichgültigkeit. Natürlich hatte sie sich danach trotzdem verletzlich gefühlt. Diese Ehrlichkeit, Offenheit- irgendwie passte das nicht zu Ihnen. Eigentlich passte es natürlich vorzüglich, denn beide waren alledem überdrüssig, aber irgendwie widersprach es ihrem Vorsatz Distanz zu waren.
Nachdem sie miteinander geschlafen hatten, ging sie immer sofort unter die Dusche, wusch sich die Gedanken ab die kamen, sobald ihr Kopf wieder dazu in der Lage war. Sie hörte genau hin, wenn sie ein Geräusch hörte dass nicht zum Wasser gehörte, dass auf ihren Körper herunter prasselte. Stellte sich vor, dass er gerade eben die Tür hinter sich schloß, in diesem Augenblick.
Sie fragte sich ob er einen Zettel dalassen würde. Höchstwahrscheinlich nicht. Aber wahrscheinlich irgendetwas anderes.Sie fragte sich was sie mit seinem Bild machen würde, das Bild welches sie gemacht hatte als ihr Kopf noch völlig benebelt war. Das Bild auf dem er zu sehen war, wie er sich an den Fensterrahmen lehnte, an der Zigarette zog und die Augen zusammen kniff. Sie fragte sich, ob sie es wegwerfen sollte, ob es ihr etwas ausmachen würde, wenn er ging.
Sie hörte jetzt deutlich wie eine Tür geöffnet wurde. Wie sie sich leise schloß. Sie dreht sich nicht um. Eine Hand fuhr ihr von den Schultern den Rücken hinab. Blieb in ihrem Nacken liegen.
Als sie sich später verabschiedeten, diesmal an der Tür, mit einem Kuss auf die Wange- das tat sie sonst nie- fühlte sie deshalb wieder , dass ihr letztes Mal war. Zumindest aber, das es nach dieser Nacht anders sein würde.
Der Pfirsich gehört zur Familie der Rosengewächse, hast du das gewusst, fragte sie.


Peaches // More [YouTube]

#equality

theres a new game
we like to play you see
a game with added reality



"Nein, nicht." In einem Moment rutschte es von ihren Lippen. Kaum hörbar hauchte sie es gegen die im Wind tosenden Blätter der Platane. Es schien ihr als müsste sie bereits sein Gesicht vermissen. Obwohl sie es manchmal angesehen hatte, wusste sie vorallem wie es sich anfühlte. Weich, aber rauh am Kinn. Erhitzt gerade eben noch, aber ohne eine einzige Schweißperle auf der Stirn.
Er hatte sie nicht gehört. Zog seine Hose an, streifte sein Shirt über, blickte von allen Seiten in den Spiegel und strich sich dabei durchs Haar. Sie hatte bemerkt dass er das ständig tat und begonnen ihn dabei so beobachten, ohne dass er es bemerkt hatte. Er hatte viel Haar verloren seit ihrer letzten Begegnung, sah müde aus, aber sie hatte ihm das Gegenteil beteuert. Es sei psychosomatisch, meinte er. Sie entgegnete, du bist alt. Daran kannst du nichts ändern.
"Bleib." Diesmal sagte sie es mit fester Stimme. Er wandte sich vom Spiegel ab.
Was willst du von diesem alten Mann, hatte er sie am Abend zuvor gefragt. Weil sie müde war, hatte sie ihm offen geantwortet, danach schliefen sie nocheinmal miteinander und es war nüchtern aber kein bisschen seltsam mehr.
Er sah sich im Raum um, fand seine Socken und setzte sich aufs Bett um sie anzuziehen. Als er fertig war blickte er zu ihr auf.
Sie hörte nicht mehr was er sagte. Schritte. Drei, bis aus dem Zimmer. Neun, bis die Wohnungstür zufiel. Dann die Treppe.


Nouvelle Vague feat. Martin Gore // Master And Servant [Myspace]

[heavy hearted]


your skin
so smooth
existed the mood
you dance
like you
dont care
i work
the place
you lose
some space
but stil i feel you still



Er sah nicht unbedingt gut aus. Er war braungebrannt, hatte viele kleine Falten um die Augen, von der Sonne, meinte er. Seine Haare hatten einen grauen Schatten, vom Sorgen machen, dachte sie und seine Augen waren stechend blaue Augen, die sie jedesmal an das Meer erinnerten. An seiner Wange hatte er eine tiefe Narbe.
Die Narbe war zwar der Grund wieso sie ihn eigentlich mit nach Hause genommen aber was ihr wirklich gefallen hatte war sein Name. Immer wieder flüsterte sie seinen Namen, während sie ihre Hände in seinem Haar vergrub. Das r am Ende klang in ihren Ohren nach. Als er sich ihr vorgestellt hatte sagte er dazu wie die Stadt nur mit R. Sie legte gerne ihren Kopf auf seine Brust während er sprach, denn dann klang sein r noch rollender. Als sie ihn zum ersten Mal reden hörte hatte sie gedacht er sei aus Skandinavien. Später hatte er ihr erzählt, dass er die bereits den Winter in Deutschland kaum ausgehalten hatte.
Sie sprach seinen Namen nun laut aus und sagte, kennst du eigentlich meinen Namen? Aber sie wusste die Antwort schon. Macht nichts, ist eigentlich ziemlich unwichtig sagte sie und wusste das es stimmte. Was nun passieren würde hatte nichts mit ihm zu tun und nicht einmal viel mit ihr. Geister vertreiben nannte sie es. Er streichelte ihre Hüfte. Es Brannte wie Feuer. Fass mich an, sagte er und legte ihre Hand auf seinen Penis. Fass mich an. Sie wollte gehorchen. Aber der Schmerz schien sie zu lähmen. Er drang mit seinen Hand in sie ein. Schaute dabei zu, wie sie sich unter seinen Fingern verbog. Schmerz verschwamm mit Lust. Fass mich an, sagte er und sie tat es. Er stöhnte und begann zu zittern, und stieß immer fester zu. Bitte. Hör. Nicht. Auf.

Als sie wach wurde wusste sie nicht wie viel Zeit vergangen war. Sie fasst ihre feuchten klebrigen Schenkel an, strich mit zwei Fingerspitzen über seinen Bauch. Sie wusste nicht genau wieso sie das jedes Mal tat. Sie erinnerte sich wie er sich verlegen über seine Hormone entschuldigt hatte. Sie erinnerte sich, wie sie über andere Körper gestrichen hatte. Das ist meine Narbe, dachte sie. Solange er sie nicht anfasste war alles in Ordnung. Sie fuhr mit ihrem Finger die feinen Linien seines Rückens nach. Er hatte eine sehr ebenmäßige Haut, mit ein paar Sonnensprossen an den Schultern. Sie hatte nicht geglaubt, dass Typen wie er auch Sommersprossen haben können, bevor er sie ihr gezeigt hatte. Es stimmte. Er drehte sich mit geschlossenen Augen, fasste ihr zwischen die Beine. Sie schluckte eine Träne runter wandte sich von ihm ab.

Was machst du eigentlich, fragte er während er an seinem Kaffee nippte, schwarz, mit Zucker. Ich bin Schriftstellerin, antwortete sie.
Als die Tür ins Schloss gefallen war lauschte sie seinen gedämpften Schritten. Sie zählte genau 183.


Peaches // I Feel Cream [MySpace][YouTube]

it's something.

Der Punkt an dem sich alles teilt. Jetzt. Jeden Augenblick. Multiply.


Clara Luzia // Queen Of The Wolves [MySpace] [BandSite]

give me the tone


Some of these days
You'll miss me, honey.


Der letzte Akkord ist verklungen. In dem kurzen Schweigen, das nun folgt fühle ich es gewaltsam: jetzt ist es da, jetzt ist etwas geschehen.
Als die Stimme aus dem Schweigen brach, fühlte ich meinen Körper hart werden, und der Ekel war auf und davon. Mit einem Schlag: es wahr beinahe peinvoll, ganz hart, ganz glänzend zu werden. Gleichzeitig weitete sich die Musik schwoll an wie ein Sturmwind. Sie erfüllte den Raum mit ihrem durchsichtigen Metall und schmetterte das ganze Elend unserer Zeit gegen die Mauern. Ich bin inder Musik. Feuerige Kugeln wälzen sich in den Spiegeln, Rauchringe umgeben sie und drehen sich, bedecken und enthüllen das harte Lächeln des Lichts. Mein Bierglas ist kleiner geworden, steht fest auf dem Tisch, es sieht festgefügt und unentbehrlich aus.. Das hat sich vor allem geändert- meine Gesten. Die Bewegung meines Armes ist zu einem majestätischen Thema geworden, er hat sich im Thytmus des Gesangs der Negerin vorgeschoben; ich hatte den Eindruck zu tanzen.
Ich bin erregt, ich fühle meinen Körper wie eine abgestellte Präzisionsmaschine. Ich habe doch wirkliche Abenteuer erlebt. Ich bringe zwar die Einzelheiten nicht mehr zusammen, aber ich sehe doch die feste Verkettung aller Umstände. Ich habe die Meere befahren, Städte hinter mir zurückgelassen, ich bin in die Wälder gedrungen, und immer wieder strebte ich anderen Städten zu. Frauen habe ich gehabt und mit Kerlen habe ich mich rumgeschlagen; und nie konnte ich den Weg zurückfinden, sowenig wie man eine Schallplatte rückwärtslaufen kann. Und wohin hat mich das alles geführt? Auf diese Kaffeehausbank, in diesen jetzigen Augenblick, mitten in diese Blase aus Licht und dröhnender Musik.

Jean Paul Sartre, Der Ekel.



Lykke Li // I'm Good, I'm Gone [YouTube][MySpace]

#i'm a robocop, but that's ok

Ich bin verliebt in einen Robocop.
Zum ersten Mal begegnet bin ich ihm irgendwo am Meer. Ist das der Ort an dem man einen Robocop trifft? Ich weiß es nicht. Der Wind streichelte sanft über die Dünenwellen, die Sonne hatte sich den Weg durch die Wolken gebahnt, aber das Wasser war noch eisig kalt, den der Sommer begann gerade erst.
Seit etwa einer Stunde lief ich barfuß den Strand entlang. Damals hatte ich nicht die geringste Ahnung, was ein Robocop überhaupt war, ich wusste nicht einmal wieso man ihn so nannte. Der Robocop, war groß und es war kein Haar zu sehen. Obwohl er noch jung sein musste, denn seine Bewegung waren kraftvoll und sein Körper schlank wirkte er wie ein sehr alter Mann. Sein Blick war finster und auf eine Art konzentriert, genau wie seine Kleidung und das Tier, das neben ihm lief. Die Bewegungen der beiden bildeten irgendwie Einheit. Ansonsten unterschied sich sein Äußeres nicht dem von anderer Männer. Man konnte ihn vielleicht nicht gerade als gut aussehend bezeichnen, doch etwas an ihm bewegte mich tief im Inneren. Vielleicht waren es seine Augen, die etwas seltsam beruhigendes an sich hatten oder seine Lippen, die ständig etwas zu suchen schienen, oder seine Verlegenheit, die ihn wider seiner Natur seine Verletzlichkeit verriet.
Als wir uns bis auf wenige Meter genähert hatten blickte er auf und wir beide blieben stehen und betrachteten uns. Einen kurzen Augenblick schien es als wäge er ab, ob diese perfekte Einheit unterbrechen wolle oder doch lieber weitergehen. Eine Weile standen wir so, bevor er sagte Hallo und ich sagte Hallo und alles fühlte sich einsam, kühl und mechanisch an. Schließlich fing ich an zu sprechen und nach einer Weile sprachen wir auch miteinander.
Unsere Worte liefen den Strand entlang, den Rand des Wassers, die Gräser der Dünen, zwischen die Strandkörbe. Als keine Kühle, Einsamkeit oder Mechanik mehr übrig war, hatten wir endlich nichts mehr zu sagen, also küssten wir uns. Ich errötete, er natürlich nicht. Die ganze Zeit hätte ich zu gerne gewusst, was ein Robocop nun eigentlich war: Woraus war sein Körper, wovon ernährte er sich, Hatte er eine Familie? Doch über ihn selbst redeten wir kaum.
Wir verabredeten uns für das Wochenende, aber wir sahen weder einen Film, noch gingen wir in ein Cafe. Irgendwo im Gras oder auf der Straße oder auf dem Holzboden, saßen wir, gingen wir oder küssten wir. Küssen war unglaublich wichtig, das merkte ich, den der Robocop fing dann an zu glühen. Nur über die Zukunft redeten wir nicht, denn den Robocop interessierte die Zukunft nicht. Er kannte keine Zukunft, zum Glück denn ich wollte auch nichts über meine Zukunft wissen. Der Mann war so einsam wie eine Glühbirne ohne Lampe, oder andersrum. Ich begann ihn zu lieben. Und der Robocop liebte mich, mein Gegenwärtiges Ich ohne Vergangenheit und Zukunft.
Ich war erst neunzehn. Was es bedeutete, einen Robocop zu lieben, konnte ich mir damals nicht vorstellen. Aber ich wäre sicher ebenso ahnungslos gewesen, wenn er kein Robocop gewesen wäre.

nach Haruki Murakami, Der Eismann und Chan-wook Park, I'm A Cyborg, But That's OK

Coldplay // Violet Hill

#verbal masturbation

Es gibt mir zu denken, dass das krankeste Buch, dass ich bisher gelesen habe, ein paar waren es immerhin, aus dem Fundus meines Vaters stammt. Wirklich erstaunt bin ich aber schockierenderweise nicht. Ich glaube mittlerweile, dass Eltern, indem Moment wo sie zu solchen werden, ihre ganze Phycho-Sex-RocknRoll-Vergangenheit hinter sich lassen. Zumindest wenn sie vernünftig sind. Denn ich denke, die Konfrontation mit jener elterlichen Seite kann bei einem Kind, sollte es noch zu früh sein, schwerwiegende Störungen hervorrufen. Sexuell und Psychisch, das mit der Musik ist nicht ganz so schlimm.
Achja. Jedenfalls, dieses Buch. Es geht um Ficken, Verstopfung und Indianer. Und ein paar schön gestörte Versager. Die Drogengeschichte wird hier eher vernachlässigt. Obwohl die Sprache wirklich iritierend, die Gedankengänge des Autors nicht immer nachvollziehbar und die Charaktere unsympathisch sind lese ich es natürlich fasziniert bis zum Ende.
Jedenfalls, die Moral von der Geschicht. Liebe Kinder, lest die Bücher eurer Eltern nicht. Lasst die Finger davon oder ihr werdet eine kurze, aber aufregende Kindheit haben.
Liebe Eltern, füttert die kindliche Neugier mit Bedacht. Kleine Häppchen nach und nach. Richtig: "Das Buch vom Liebhaben" (6-10 Jahre) Falsch: Drei Versionen des Kamasutra (gleiches Alter). Richtig: Der Willi ist kein Mickerling (7-9 Jahre) Falsch: Professor Rabes schwerster Fall (gleiches Alter).
Und bedenket immer: Kinder haben weitaus mehr Übung im Verstecke spielen als ihr- es lohnt sich über eine geeignete Lagerstätte nachzudenken.

Achja. Das ist natürlich alles Schwachsinn. Ich habe mich prächtig entwickelt.


Micky Green // Oh

[ohno.nilla!]

Online for 1138 days
Last update: 6. Nov, 22:58

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addict(ive) address(ee)
impet(o)us thin(gk)s
languishing love(rs)
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no(i)sy.park(er)
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